Ein persönlicher Shutdown

Print Friendly, PDF & Email

Es gibt Momente, die dir vollkommen unerwartet den Boden unter den Füßen wegziehen und dich emotional wie auch physisch komplett überfordern. Ich persönlich musste einen solchen Moment am 02. Juli 2021 erstmalig erleben und was die Umstände anging, hätte es für mich nicht unpassender kommen können.

Dass mein Serien-Charakter „Theo“ nicht einfach mal so locker flockig zu spielen ist, hatte ich ja schon einmal erklärt, aber bei Dreharbeiten am 02. Juli gab es mitten im Dreh einfach ein „AUS“. Ich bin zusammengesackt und hatte das Gefühl, dass sich jegliche Energie aus Kopf und Körper verabschiedete. Ich konnte einfach nicht mehr. Ich konnte nicht mehr „Theo“ sein. Ich bin im Arm meines Regisseurs „Johannes“ weinend zusammengebrochen. Dann wurde ich von Sanitätern versorgt und aus dem Dreh genommen. Doch viel belastender für mich war die Tatsache, dass ich es von mir nicht kannte und mich absolut hilflos – fast wie ein Opfer – fühlte. Der Ranndy, hilflos und ohne Energie, das konnte doch nicht sein. Aber es war so.

Auch mein schlechtes Gewissen war ziemlich belastend. Immerhin mussten meine Kolleg:innen die Szene plötzlich komplett umgestaltet drehen und der Dreh war ohnehin schon emotional extrem anstrengend für alle. Das Story-Department musste einen Nachdreh organisieren, Szenen mussten angepasst oder umgeschrieben werden und all das verursacht natürlich auch neue und nicht geringe Kosten.

Mit einiger Zeit Abstand kann ich mein schlechtes Gewissen zwar immer noch nachvollziehen aber weiß auch darum, dass es nicht notwendig gewesen wäre. In den letzten 1,5 Jahren hat sich mein Serien-Charakter mehr und mehr in ein Extrem entwickelt, welches mich einfach körperlich und geistig an und über meine Grenzen brachte. Die Konsequenzen daraus zeigten sich am 02. Juli.

Warum schreibe und erzähle ich das? Ich möchte einfach ganz klar sagen:

Jeder Mensch kann solch Momente erleben. Momente der Schwäche, der Hilflosigkeit bzw. der absoluten psychischen und physischen Überforderung. Interessant und letztlich vielleicht auch gut ist die Erkenntnis, hin und wieder doch auf die rechtzeitig gesendeten Signale von Körper und Geist zu hören.


© RannDynamit - Ranndy Frahm | Alle Rechte vorbehalten.

Wenn Dir der Beitrag gefallen hat, dann kannst Du ihn jetzt teilen und/oder speichern.

Datenschutzkonform teilen mit Shariff

Drucken oder als PDF speicher:
Print Friendly, PDF & Email

Bei der Verwenung meiner Texte bitte ich Euch darum, nich als Urheber und Rechtinhaber zu nennen.